Offener Brief an den Landesschüler_innenrat gegen Einladung der „Jungen Alternative“

Der Landesschüler_innenrat Brandenburg hat im Vorfeld der Bundestagswahlen eine Reihe von politischen Diskussionsforen an Schulen organisiert und dazu auch die Jugendorganisation der AfD, die „Junge Alternative“, eingeladen.

Wir fordern von den Organisator_innen die Rücknahme der Einladung:

Lieber Landesschüler_innenrat,
 

wir begrüßen es, dass ihr die diesjährigen Bundestagswahlen zum Anlass nehmt, um Diskussionsforen in brandenburgischen Schulen zu organisieren. Was wir jedoch nicht nachvollziehen können ist, dass ihr zu diesen auch die Junge Alternative eingeladen habt. Dazu möchten wir in diesem offenen Brief Stellung nehmen.
 

Eine Grundlage unseres alltäglichen politischen Handelns ist die Auseinandersetzung mit und der Kampf gegen rassistische, sexistische und menschenverachtende Positionen. Egal ob in Workshops, Seminaren, bei subkulturellen, alternativen Kulturveranstaltungen oder aber auf der Straße: wir engagieren uns konsequent gegen Neonazis und Rechtspopulist_innen. Dabei unterstützen wir als landesweit agierende Jugendverbände all Jene, die zum Beispiel in Schüler_inneninitiativen alleine gelassen werden mit ihrem Engagement. Uns geht es darum, diese Strukturen zu stärken, zu vernetzen und auszubauen. Dabei schrecken wir nicht vor der inhaltlichen Auseinandersetzung mit Rechtspopulist_innen und Neonazis zurück. Allerdings lehnen wir es strikt ab der rechten  Polemik zusätzliche Bühnen zu bieten.  Es ist erklärtes Ziel der Neuen Rechten im Rahmen einer Wortergreifungsstrategie Diskurse für sich zu vereinnahmen, nach rechts zu verschieben und Menschen für sich zu gewinnen. Insbesondere die Vertreter_innen der AfD haben in den vergangenen Monaten wiederholt gezeigt, dass sie bewusst öffentlich provozieren, um die getätigten Aussagen im Nachhinein unter dem Deckmantel zu revidieren, dass „das ja alles gar nicht so gemeint gewesen wäre“. Wann immer mensch ihnen die Möglichkeit eröffnet das Wort zu ergreifen, werden sie dies nutzen um ihre menschenfeindlichen Thesen zu verbreiten. Auch eine geübte Moderation wird dies, so zeigen es die Erfahrungen der letzten Jahre, kaum oder gar nicht verhindern können. Werden die Podiumsdiskussionen durch die Junge Alternative zu genanntem Zweck instrumentalisiert oder zur Verbreitung herabwürdigender Beleidigungen genutzt, halten wir es uns offen die „Debatte“ gemeinsam zu beenden.

Wir fordern Euch daher auf eure Position zu überdenken und die Einladung der Jungen Alternative zurück zu nehmen.

Gezeichnet
 

Linksjugend [’solid] Brandenburg

Grüne Jugend Brandenburg

JuSos Brandenburg

Hier alle Termine:

03.07. Sängerstadt-Gymnasium Finsterwalde (Straße-der-Jugend 3 (Haus II)), 15:30 h

04.07. Pückler-Gymnasium Cottbus (Hegelstraße 1), 15:30 h

05.07. Gottfried-Arnold-Gymnasium (Wilsnacker Straße 12 (Haus II), Perleberg), 15:30 h


07.07. Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Königs Wusterhausen (Köpenicker Straße 2b), 15:30 h

10.07. „Alexander-von-Humboldt“ Gymnasium Eberswalde(Werner-Seelenbinder-Str. 3), 15:30 h

12.07. Einstein-Gymnasium Potsdam (Hegelallee 30), 15:30 h

3 Gedanken zu „Offener Brief an den Landesschüler_innenrat gegen Einladung der „Jungen Alternative““

  1. Macht es euch doch nicht so einfach. Meint ihr , damit könnt ihr noch politisch schwankende junge Menschen gewinnen , indem ihr euch „mutig“ hinstellt und sagt,mit denen nicht.
    In der Auseinandersetzung kann ich Demokratie verteidigen. Das ist demokratischer Mut.
    Ich bin Lehrerin für Politische Bildung , ich kann im Unterricht auch nicht sagen , mit dir nicht.
    Und da schreibt ihr“mutig“ einen offenen Brief , traurig.
    Zumal die Parteien alle zugesagt haben.
    Das hatten wir in der Geschichte schon einmal.
    Kennt ihr das demokratische Prinzip , wir müssen mit allen gewählten Vertretern reden. Durch Ausgrenzung passiert nichts.

  2. Durch Ausgrenzung entsteht gefährliche Neugier. Natürlich ist das schwer und ich verstehe euer Ansinnen, aber ,gerade in der heutigen Zeit müssen wir Demokraten eben besser sein.

  3. Was für ein Armutszeugnis, fühlt Ihr Euch der Diskussion nicht gewachsen?
    Euer Schreiben und Euer Anliegen fällt auf Euch zurück. Es sagt soviel mehr aus über Euch, als über die AfD.

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